Verantwortung

"Ich habe die Antwort."


Verantwortung enthält die Antwort. Und die Antwort habe immer nur ich selbst. Die Verantwortung für sich selbst wahrzunehmen, ist ein Zugang zu Klarheit und Bewusstsein im eigenen Leben.


Wir, in Leichtigkeit und Oberflächlichkeit verliebte Menschen, übernehmen gerne die Verantwortung für alles Positive, was geschieht. Bei schweren Sachen ist meistens jemand anderes verantwortlich – Politiker, Vorgesetzte, Partner, Kollegen – Hauptsache nicht Ich. Es entsteht die Illusion, man könne Verantwortung abgeben oder für jemanden übernehmen. Das erzeugt schließlich die vielen Sex-, Energie- und Sein-Spielchen der Erde.

 

Nehmen wir zum Beispiel die Beziehung zwischen Chef und Mitarbeitern.
Liebend gerne spielen wir als Mitarbeiter Dackel und tun so, als hätte der Chef die Verantwortung für das eigene Leben: Er entscheidet, was und wann ich arbeiten soll, wie viel Geld ich bekomme, er entscheidet auch, ob ich gehen muss. Sie haben also immer jemanden, dem Sie die Verantwortung für Ihr Leben in die Schuhe schieben können.

Der Chef, der anscheinend die Verantwortung für alle trägt, wirkt dadurch mehr. Logisch, wenn sich ihm alle anderen zu Füßen schmeißen. Durch die entstandene Abhängigkeit enstehen dann Spiele mit Kontrolle und Macht.
So wird Energie, als Verantwortung verkleidet, zwischen den beiden Seiten hin- und hergeschoben. Die meisten Menschen sind seit langer Zeit Teil dieses Spiels und daran gewöhnt. Doch das Ganze bleibt eine Illusion. Sie können als Chef nie das Leben anderer Menschen kontrollieren. Sie können niemals mehr als eine andere Person wert sein. Sie haben weder mehr Verantwortung noch mehr Rechte.
Und als Mitarbeiter können Sie nicht einen Teil Ihres Seins an einen anderen Menschen übergeben. Was in Ihrem Leben passiert, liegt allein bei Ihnen. Kein Chef kann in Sie hinein und Ihr Leben führen. Sie haben alles in der eigenen Hand, auch bei der Arbeit: Wie viel Geld Sie verdienen, was Sie arbeiten und wann Sie sich rausschmeißen.

Wenn Sie etwas Schweres und Herausforderndes anziehen, fragen Sie sich selbst nach der Antwort und rennen Sie nicht zum Chef. Wenn Sie super gearbeitet haben, loben Sie sich selbst und warten Sie nicht auf das Lob der anderen.
Möchten Sie dieses Spiel verlassen und die Antwort nur bei sich selbst suchen, erwarten Sie nicht, dass Ihre Kollegen/Freunde/Bekannten mitgehen. Viele wollen noch sehr lange Dackel und König spielen. Sie hingegen können sich langsam und fließend, oder streng und spontan, von diesem Unternehmen und den Mitarbeitern trennen.


Auch in der Bewusstseinsarbeit wird zwischen Lehrer und Schüler mit der Verantwortung gespielt. Der weise Lehrer erklärt mir, wie das Leben funktioniert und ich renne ihm hinterher, um mich in seinem hellen Schein zu sonnen. Wir wollen, dass der Lehrer die Verantwortung hat, einem etwas beizubringen und dadurch weiser und besser wirkt. In diesem großen Spiel von Guru und Schüler verbringen viele Bewusstseinsarbeiter eine lange Zeit.
Egal ob in der Bewusstseinsarbeit, im Alltag oder in der Schule, nicht der Lehrer hat die Antwort und die Verantwortung, sondern immer der Schüler. Der Lehrer sitzt nur da und spiegelt dem Schüler seine eigene Weisheit. Denn um diese zu sehen, muss sie bereits Teil des Seins sein. Übernehmen Sie als Schüler die Verantwortung. Seien Sie sich bewusst, dass Sie bestimmen, was Ihnen gespiegelt wird und dass die Worte und Weisheiten des Lehrers Ihre eigenen sind.


Die Verantwortung für das eigene Leben wahrzunehmen, ist eine tägliche Übung, da die Spielchen überall in unsere Systeme und Beziehungen gewoben sind. Wir alle lieben es, die Verantwortung anderen in die Schuhe zu schieben und uns bequem unter Herausforderungen hindurchzuducken. Und sobald Sie das gemerkt haben, ist es auch schon zu spät. Denn Sie haben wahrgenommen, dass Sie das machen und damit automatisch auch die Verantwortung übernommen. Achten Sie darauf, wie oft am Tag Sie versuchen, jemand anders für Ihre Situation verantwortlich zu machen. Ersetzen Sie die 2. und 3.Person in Ihren Sätzen durch die 1. – Ich. Ich gestalte mein Leben. Ich habe Mist gebaut. Ich ärgere mich. Ich habe die Antwort.