Gedichte

"Der Blick des Meisters"

Gedichte sind wie Bilder oder Musikstücke, die eine Aussage mit Tönen, Formen und Farben ausdrücken.

Die Worte sind die enge Form, die den Kopf beschäftigt und in der sich ein weites Gefühl verbirgt.

 

Jedes Gedicht ist dadurch ein leichter Zugang zum eigenen Gefühl.


Die unendliche Enge

 

Blind – ein Schleier vor den Augen.

Was ich nicht sehe, bin ich nicht.

Der Schein betäubt die Gier, das Saugen,

verdrängt den Schmerz – und alles bricht.

 

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Der Augenblick

 

Aufgeschnürt am Scheunentor
vereint aus großer Weite
stirbt des Sommers Ährenchor –
geneigt zur sich‘ren Seite.

 

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"Als das Mehr zu viel wurde,

geriet die Erde aus der Bahn –

und doch geschah das schier Absurde,

die Menschheit durfte weiterfahrn."

2020

 

Welch krude Diktatur
würd‘ sich schon selbst verraten,
als krankhafte Tortur
in souveränen Staaten?

 

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Größenwahn

 

Gefallen – ein unbedachter Schlag
zerstört die Weisheit dichter Ringe –
was Wahrnehmung lang nicht vermag,
entgleitet leicht dem – Ich erzwinge.

 

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Weihnachten Ist Wunderbar

 

Endlich wieder Weihnachten,

der Dezember ist kaum da.

Der Kopf ist voller Leichtigkeit

und alle schreien „Wunderbar“.

 

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