Vergleich

"Vergleich - Der "Kreisel" in der eigenen Bewegung."


Der Vergleich - er funktioniert nur, solange man denkt es gäbe irgendetwas besseres oder schlechteres. Etwas, was man erreichen muss oder etwas, das man zum Glück nicht in seinem Leben hat.

Wenn man in Klarheit hinschaut baut unsere ganze Gesellschaft, und somit das Leben jedes einzelnen, darauf auf - Arbeit, Schule, Lebensstil ... Die Ansicht, dass Arbeit mehr wert ist als Nicht-Arbeit, gute Noten besser als schlechte..., sind in unserer Gesellschaft, im Massenbewusstsein, fest eingeprägt. Wir haben eine feste Wertetabelle aufgebaut, in die wir die Menschen, und uns selbst, einordnen.

Und man findet in dieser Wertetabelle immer jemanden, der besser oder schlechter als man selbst ist - ein ewiger Kreisel. Und eine ewige Illusion. Denn Sie sind schon vollkommen, genauso wie jeder andere Mensch auf dieser Erde.

Und von vollkommen gibt es, allein grammatikalisch, keine Steigerung.

 

Das Geniale am Vergleich ist, dass wir es geschafft haben uns über ihn, und somit über außen, zu definieren. Wir haben ein wunderbares Spiel aufgebaut, dessen Verlauf uns sagt, wer wir sind: Der Klassenbeste, der Pechvogel, der Unbeliebte... Hat man jedoch eine Runde des Spieles als Gewinner gemeistert, geht es gleich weiter in die nächste, und die nächste, und die nächste. Dabei macht es keinen Unterschied in welcher Runde man gerade spielt, man wird immer einmal gewinnen, einmal verlieren.

Dieses Werkzeug des Vergleiches ist an alte Energien und Muster gebunden, denn man ernährt sich davon, als Gewinner über jemandem zu stehen, man nimmt seine Energie um sich zu füllen, um etwas zu sein. Oder man dreht sich als ständiger Verlierer im Kreisel des eigenen Dramas und definiert sein Sein darüber. Beides erzeugt immer nur eine kurzfristige, instabile Fassade - denn niemand braucht Energie von außen um zu sein, jeder hat mehr als genug davon in sich selbst.

 

Sobald man sich für Klarheit und Bewusstsein im eigenen Leben entscheidet, heißt es also mal wieder, das nächste Spielfeld zu verlassen. Und es macht Spaß sich anzuschauen, wie geschickt wir dieses Spiel in das eigene Leben eingewoben haben, wie es funktioniert hat und wie es sich langsam verabschiedet.

 

Auch ich habe viel mit Vergleich gearbeitet, er taucht immer noch gerne auf, und habe mich über ihn definiert. Ich war immer die, die schnell gelernt hat, gute Noten hatte, im Massenbewusstsein schön war, selbstbewusst und intelligent war. Doch dieser Schein, in den man die ganze Zeit investiert, öffnet gleichzeitig auch Raum für Zweifel und Vergleich in die andere Richtung. Ich fand also auch immer jemand, der besser aussah, der schlauer und intelligenter war, beliebter war und, und, und. Dieser ganze Schein hält nicht und er brach zusammen.

Als ich das bemerkte wurde es ganz schön anstrengend, denn die ganze Sicherheit und Energie, die ich aus dem Vergleich gewinnen konnte, fielen weg und es blieb nur eine schöne, große Leere.

Doch erst in dieser Leere ist Platz für das eigene Sein sich auszubreiten.

 

Wie ich bereits sagte, taucht auch heute der Vergleich noch gerne auf. Jetzt fühle ich, dass er nur eine Illusion ist, dass ich nicht mehr oder weniger wert als jemand anderes sein kann. Deshalb schaut er nur vorbei um mich daran zu erinnern, dass jeder Mensch perfekt für sich gestaltet - also jeden Menschen und seinen Weg zu respektieren. Gleichzeitig spiegelt er mir die Realisierung meiner eigenen, perfekten Gestaltung und mein Vertrauen in mich. Er ist also ein wunderbarer und klarer Spiegel für mich geworden.