> Wissen

"Egal wie sehr Sie das Wissen aufdröseln oder aufbauschen - Sie werden Ihr Sein dort nicht finden."


Wissen

 

Viele Menschen definieren ihr Sein über Wissen. Je mehr man weiß, desto intelligenter, und somit besser, ist man. Dieses Wissen ist jedoch ein sehr wackeliges Gerüst, um sein Sein darauf zu stützen: Ständig verändert es sich, es ist scheinbar unendlich groß und viel zu komplex. Deshalb suchen sich die meisten Menschen ein Gebiet aus, um dort möglichst alles wissen zu können. Je kleiner das Gebiet, desto leichter, Sicherheit in diesem Wissen zu finden. Also ist es für uns normal, dass der Mathematiker sich nur in Mathe auskennt, der Bänker mit Zahlen und Geld, der Automechaniker mit Autos...

Dass Wissen nur scheinbar Sicherheit bringt, merken Sie, wenn Sie aus Ihrer "comfort zone" herausgeholt werden. Ob es nur die erste eigene Steuererklärung, der Wechsel eines Fahrradreifens oder ein Bericht über Quantenphysik ist - Oft ist die erste Reaktion zum Steuerberater, bzw. in den Fahrradladen zu gehen oder den Fernsehsender zu wechseln - denn damit kennt man sich ja nicht aus.

 

Das Schöne am Wissen: Es ist absolut frei und jeder kann zu jeder Zeit darauf zugreifen.

Wenn Sie also etwas wissen wollen, können Sie dieses Wissen sofort fühlen. Jedoch nach vielen Leben der Beschränkung des Wissens auf unser Gehirn, wird so ein leichter und freier Umgang mit Wissen noch einige Zeit brauchen. Ein Anfang ist hier, zu verinnerlichen, dass Sie bereits alles wissen. Ob Sie nun gerade darauf zugreifen, es in Ihrem Gehirn gespeichert haben oder nicht, ist egal.

Sagen wir, Sie möchten nun auf ein bestimmtes Wissen zugreifen, zum Beispiel eine Kurvendiskussion. Um auf dieses Wissen leichter zuzugreifen, müssen Sie zwei Sachen fühlen: 1. Das Bewusstsein, dass alles Wissen um Sie herumschwirrt. Und 2. Dass es durch Ihren bewussten Wunsch, sofort ein Teil von Ihnen wird.

Lernen ist die Übung dieses Bewusstsein zuzulassen. Irgendwann müssen also Sie nicht mehr Lernen, sondern wissen sofort.

 

 

Wissen ist unser Ausdruck über den Kopf. Wie Wissenschaftler, und damit jeder von Ihnen, bemerkt haben, findet der Kopf zum Beispiel einfach keine schlüssige Erklärung für Gefühle - Das heißt, er kann diese nicht verstehen. Deshalb kann Ihr Gehirn auch nie Ihr Sein erklären, das können Sie nur fühlen.

Bleiben wir bei den Gefühlen: Wissenschaftler zählen uns Hormone (Oxytocin, Dopamin...) auf, die in unserem Gehirn zum Beispiel Liebe hervorrufen sollen. Müssten dann Gefühle nicht sehr leicht zu erzeugen sein, wenn man seinem Körper einfach nur die passenden Hormone gibt? Dafür wird sicher kein Forscher seine Hand ins Feuer legen. So gerne wir von einem Liebesserum träumen, gefunden hat es noch keiner. (Für Sex dagegen gibt es das passende Serum schon. Denn hier sind vor allem vom Gehirn erzeugte Emotionen, wie Abhängigkeit, Eifersucht oder Verliebtsein, von Bedeutung - Und die kann man beeinflussen.)


Sie merken, je mehr Sie wissen, desto mehr neue Fragen tauchen auf - und das wird nie aufhören. Wissen ist nicht dazu konzipiert eine endgültige Antwort zu finden. Fragen Sie Physiker, Quantenphysiker, Biologen, ob sie das Gefühl haben, ihr Wissen gäbe ihnen Sicherheit. Denn egal wie sehr Sie die Materie oder das Wissen aufdröseln - in DNA, Atome, Quarks oder Strings - oder aufbauschen - in Universum, Galaxie, schwarze Materie, dunkle Energie- Sie werden Ihr Sein dort nicht finden, sondern nur die Grenzen Ihres Gehirns.

 

Treten Sie aus diesen Grenzen heraus und fühlen Sie, was Wissen wirklich ist. Sicher ist, dass es nicht da ist, um immer mehr und mehr und mehr zu wissen. Wissen läuft als Dauerschleife, in vielen Variatonen. Sie können tausende verschiedene Theorien aufstellen, Sie werden merken, dass an jeder etwas dran ist - und dass keine eine endgültige Antwort bietet.

Diese ganze Begrenzung, diese Dauerschleife haben wir uns gestaltet, um sie zu verlassen - und um wieder einmal beim Fühlen des eigenen Bewusstseins zu landen. Auch hier liegt also für jeden Menschen ein Zugang, die Begrenzung des Kopfes und die Weite des Seins zu entdecken.

Dann wird Wissen, von der scheinbaren Stütze Ihres Seins, einfach zu einer Beschäftigung Ihres Kopfes.